Dienstag, 01. April 2014

Freundschaft unter Pferden – so sieht sie aus!

Wie Menschen, die sich mögen, verbringen auch die Pferde gerne Zeit miteinander. Befreundete Tiere kraulen sich gegenseitig das Fell, grasen nebeneinander, laufen einander oft hinterher und haben selten Auseinandersetzungen. Mögen sie sich nicht, gehen sie sich aus dem Weg oder bedrohen einander sogar.

Besonders jetzt im Frühling, wo der Fellwechsel statt findet, oder im Sommer, wenn es viele Insekten gibt, merkt man ganz schnell, welche Tiere einander gern haben und welche nicht. Befreundete Pferde pflegen sich gegenseitig die Haut und knabbern an Stellen, wo es kitzelt. Dabei krault jedes Pferd das andere zuerst da, wo es selbst gekrault werden möchte – damit weiß das andere Pferd sofort, welche Stellen Behandlung brauchen. Die Dauer des Kraulens kann dabei von ein paar Sekunden bis zu einigen Minuten reichen.

Pferde spielen auch gerne miteinander. Ein beliebtes Spiel lautet: Wer jagt wen? Dabei treibt ein Pferd das andere seitlich vor sich hin, wobei auch Rangordnungen ihre Bedeutung verlieren und die Rollen getauscht werden können – da rennt schon einmal ein höherrangiges Tier vor dem anderen spielerisch mit viel Wiehern, Sprüngen, Hüpfern, Steigen, Ausschlagen, Buckeln und anderen Kapriolen begeistert davon.
Dass es sich dabei nicht um ernsthafte Kämpfe handelt, erkennt man an der fehlenden Drohmimik und daran, dass die Pferde keine Absicht haben, einander zu verletzen. Sie zeigen auch keine Angst voreinander, sondern eindeutig Spaß am gemeinsamen Spiel.

Treffen sich zwei einander bisher unbekannte Pferde, gehen sie erst vorsichtig mit nach vorne zeigenden Ohren und lang ausgestrecktem Hals Schritt für Schritt aufeinander zu. Wenn die beiden sich dann nahe genug gekommen sind, pusten sie sich vorsichtig in die Nüstern und lernen den Kollegen dadurch etwas näher kennen (das kann man übrigens auch als Mensch zur Begrüßung machen, wenn man gerade nicht mit dem Pferd arbeiten will – das heißt in etwa: Du bis mein Freund, aber nicht mein Chef).

Interessieren sich die Pferde ausgiebiger für einander, beschnuppern sie sich am ganzen Körper. Besonders ausgiebig beriechen sie sich – vor allem bei Stuten und Hengsten – am und um den Schweif herum. Sind sich die Pferde sympathisch, kraulen sie sich vielleicht sogar das Fell: Eine neue Freundschaft ist geschlossen!