Sonntag, 23. März 2014

Paddock Trail – Leben fast wie ein Wildpferd!

Ein Haltungskonzept aus den USA gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung und immer mehr Anhänger: Paddock Trail. Das ist eine Offenstall-Variante, die so weit als möglich dem Verhalten von Wildpferden angepasst ist. Entwickelt wurde sie ursprünglich vom Hufschmied Jamie Jackson, der Wildpferde auf ihren Wanderungen in Nevada folgte und von ihrer Gesundheit und Hufqualität begeistert und fasziniert war…

Und dann hatte er eine Erkenntnis: Obwohl die Pferde sehr viel Gelände zur Verfügung hatten, nutzten sie es nicht zur Gänze, sondern nur wenige Quadratkilometer – und das auf immer denselben Pfaden! Die führten oft auch durch unwegsames Gelände – und wurden von den Tieren mit größter Trittsicherheit und ohne Schaden für die Hufe mühelos bewältigt.
Das Konzept zur Haltung von Hauspferden, das er daraufhin entwickelte, nennt sich „Paddock Paradise“.

Betrachtet man die zunehmenden Paddock Trails heutzutage in Europa von oben aus der Luft, sieht man immer einen drei bis fünf Meter breiten Pfad rund um das Gesamtareal, meist in Form von zwei miteinander verbundenen Ovalen. Ein Oval ist häufig als Spielplatz mit Wiese und Weide vorsehen. Das Ganze simuliert die Wanderung der Wildpferde. Auf diesem Track finden die Pferde alles vor, was sie brauchen: Hier Heu, dort Mineralsteine, Wasser, Unterstand, Wälzplätze mit Sand oder Schlamm… Vor allem das Heu sollte – wo immer möglich – gut verteilt sein, da es den Hauptanreiz für Bewegung bietet.

Damit die Hufe optimal gleichmäßig abgerieben werden, ist der Boden auf dem Pfad aus unterschiedlichen Materialien gemacht: Kies, Waldboden, Holz, Hackschnitzel… Werden die Pferde z. B. häufig auf Schotterböden geritten, muss ein Abschnitt des Tracks aus Schotter sein, damit die Hufe gut darauf vorbereitet sind. Auch Steigungen und Gefälle, Steine oder Büsche sind eine Bereicherung für diese Offenstall Variante, da sie die Pferde fordern und für mehr Abwechslung sorgen. Auch Aussichtsplattformen oder Anhöhen mit Ausblick, oft auch mehrere, werden von den Tieren gut angenommen.

Ein großer Vorteil des Paddock Trail-Konzepts besteht darin, dass die Pferde sich aus dem Weg gehen können. Damit kommen auch rangniedere Tiere gut zurecht. Dadurch geht es bei dieser Art von Pferdehaltung meist ruhig und friedlich zu. Auch das gemeinsame Fressen, die viele Bewegung und die Möglichkeit, nach dem eigenen Rhythmus zu leben, tun den Pferden gut. Hufgesundheit und die allgemeine Vitalität nehmen zu.
Schwierigkeiten gibt es allerdings mit der Kraftfuttergabe, weshalb die meisten Pferdehöfe, die auf Paddock Trail umgestellt haben, nur einmal am Tag füttern. Erfahrungen zeigen, dass die Pferde dabei auch gern einen umgehängten Eimer akzeptieren und Anhängen oft nicht nötig ist.