Das richtige Verhalten Pferden gegenüber

Montag, 10. August 2015

Das richtige Verhalten Pferden gegenüber

Die grundsätzlichen Verhaltensmuster von Pferden und Menschen sind vollkommen verschieden. Deshalb kommen auch oft “Missverständnisse” vor. Insbesondere Personen, die im Umgang mit Pferden noch wenig Erfahrung haben, Verhalten sich oft unbeabsichtigt falsch. Ist man sich jedoch über den Unterschied im Klaren, können viele Probleme vermieden werden.

Pferde sind Fluchttiere. Das bedeutet, dass sie immer achtsam sind und bei Gefahr das Weite suchen. Viele Probleme, die zwischen Mensch und Pferd entstehen, können auf diesen Umstand zurückgeführt werden. Durch falsches Verhalten wird man nämlich eher als Bedrohung wahrgenommen, denn als wohlwollender Partner.

Dinge, die es zu vermeiden gilt

Das Schlechteste, das man tun kann, ist ein Pferd direkt anzuschauen, während man auf das Tier geradewegs zugeht und dabei ruckartige Bewegungen macht.

Vor allem in der westlichen Welt stellen Menschen gerne Augenkontakt her. Das ist ein Zeichen der Höflichkeit und zeugt von Interesse. Für Pferde ist dieses Verhalten jedoch gleichbedeutend mit einer Drohung.

Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eine Gerade. Direkt auf etwas zuzugehen, liegt in der Natur des Menschen. Es ist eine Frage der Ökonomie, Effizienz und Zeit. Raubtiere verhalten sich bei einem Angriff aber gleich. Sie rennen geradlinig auf ihre Beute zu, um sie so schnell wie möglich zu schnappen. Beim Fluchttier Pferd erzeugt das Stress. Die Tiere selbst nähern sich ihren Artgenossen immer nur von der Seite.

Menschen bewegen sich, wie sie sich bewegen. Für ein Pferd wirken diese Bewegungen aber sehr schnell, hektisch und ruckartig. Wiederum wird Stress erzeugt, weil Pferde sich nur in zwei Situationen, Flucht oder Kampf, ruckartig und hektisch bewegen.

Dinge, die berücksichtigt werden sollten

Ein Pferd sollte man nie direkt anschauen, schon gar nicht in die Augen. Das gilt umso mehr bei Tieren, die man nicht kennt und mit denen man noch nie zu tun hatte. Ein gesenkter Blick strahlt keine Gefahr aus.

Einem Pferd nie direkt nähern. Bauen Sie Kurven ein und nähern Sie sich langsam und indirekt.

Außerdem kommt man mit langsamen, kontrollierten Bewegungen einfach weiter. Ruhige Bewegungen strahlen Ruhe aus. Spricht man dabei langsam und bestimmt mit dem Tier, wird dieser Effekt noch verstärkt.

Damit kommen wir schon zum letzten Punkt: Selbstsicherheit im Umgang mit den Tieren ist das Um und Auf. Ein sicheres Auftreten ohne Unsicherheit oder Ängstlichkeit zu zeigen, strahlt Kontrolle aus: “Alles in Ordnung.” Das ist insofern wichtig, weil Pferde Herdentiere sind. Es gibt immer eine Rangordnung und ein Leittier. Nimmt das Pferd nun Unsicherheit wahr, wird es Sie nicht als höher in der Rangordnung akzeptieren. So wird es Ihnen auch nicht folgen, was dann nur Probleme verursacht.