Tipps für stressfreies Verladen

Montag, 05. November 2018

Tipps für stressfreies Verladen

Das Verladen von Pferden ist nicht immer einfach. Hier sind ein paar Tipps, mit denen es leichter fällt.

Viele Pferdebesitzer können ein Lied davon singen: man hat alles eingepackt und es kann eigentlich losgehen auf die Wanderreittour, zum Wettkampf oder wohin auch immer. Doch leider spielt das Pferd nicht mit. Trotz guten Zuredens und einem ganzen Haufen Leckerlis bewegt es sich nicht in den Hänger.

Dafür kann es eine Myriade von Gründen geben. Vielleicht liegt es an einem schlechten Fahrstil oder einschneidenden negativen Erfahrungen.

Was auch immer Schuld daran ist, es gibt nur eine Lösung und die heißt Übung. Will man einem Pferd das Einsteigen in einen Anhänger schmackhaft machen, braucht man vor allem Geduld, Vertrauen und Verständnis. Irgendwann klappt es, man darf nur nicht aufgeben und üben, üben, üben.

Stressfrei verladen – aber wie?

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Pferd stressfrei zu verladen. Jeder Reiter und jede Pferdezüchterin hat dabei eine eigene Variation. Solange diese problemlos funktioniert, ist dagegen auch nichts auszusetzen. Wichtig ist, dass man sich mit der angewandten Methode wohlfühlt. Hier zeigen wir Ihnen ein paar grundsätzliche Tipps, aus denen Sie Ihre Methode ableiten können.

Grundvoraussetzungen

  • Das Pferd führen
    Kann man das eigene Pferd nicht an der Leine führen, wird das Einladen nicht funktionieren bzw. ist es dann vom Glück und dem guten Willen des Pferdes abhängig. In diesem Fall heißt es zuerst einmal, Führtraining zu machen, bis das Pferd verlässlich auf die eigenen Signale achtet und dabei tut, was man will.
  • Rückwärts gehen
    Kann das Pferd problemlos rückwärts gehen? Falls nicht, sollte das ebenfalls vor dem Üben des Verladens trainiert werden.

Hilfreiche Tipps

  • Kein Stress
    Je aufgeregter das Tier ist, desto größer ist das Risiko, dass es seitlich von der steilen Rampe rutscht und sich dabei verletzt. Es ist deshalb essentiell, dass das Pferd ruhig ist. Dafür muss man zuerst selbst Ruhe ausstrahlen. Es hilft außerdem, wenn man in einer ruhigen Umgebung trainiert und sich Zeit lässt. Ist das Pferd während des Übens entspannt, wird es auch entspannt sein, wenn es darauf ankommt.
  • Futter bzw. Leckerlis
    Diese können gut eingesetzt werden, um dem Pferd eine positive Bestätigung zu geben. Denken Sie aber daran, die Belohnung erst nach dem Verladen und Anbinden im Hänger zu geben, sonst funktioniert es nicht.
  • Üben Sie nicht zu lange.
    Nach 20 bis 30 Minuten sollte Schluss sein. Dafür bietet sich regelmäßiges Üben (zwei bis drei Mal pro Woche) an.
  • Mit Erfolgserlebnis enden
    Optimalerweise beenden Sie jede Übung mit einem geglückten Einladeversuch. So verstärken sich die positiven Gefühle des Pferde noch weiter. Will das Pferd absolut nicht in den Hänger, sollte man abbrechen (nach spätesten 30 Minuten) und es beim nächsten Mal wieder versuchen.
  • Ausrüstung vorbereiten
    Halten Sie die benötigte Ausrüstung (Verladegamaschen und Co.) bereit. Es erzeugt Stress, wenn man während des Verladens draufkommt, dass man etwas vergessen hat.
  • Ohne Publikum
    Es sollten beim Verladen keine Zuschauer dabei sein und auch wirklich nur die Personen, die absolut notwendig sind (optimal wären nicht mehr als zwei).
  • Vorschlag fürs Verladen mit zwei Personen
    Eine führt das Pferd zur Rampe, gibt dem Tier die Richtung ohne Druck oder ziehen vor. Die zweite Person kann mit einer langen Gerte fein dosierten Druck geben, indem Sie das Kreuzbein antippt (aber immer nur so viel, bis das Pferd reagiert, dann stoppt man). Bleibt das Pferd dann wieder stehen, kann sie es wieder leicht antippen.
  • Vorausschauen
    Fahren Sie achtsam und vorausschauend, damit abruptes Abbremsen vermieden wird. Je angenehmer die Fahrt für das Pferd ist, desto eher steigt es auch das nächste Mal in den Hänger ein.

Grundsätzlich ist das Verladen von Pferden keine Hexerei. Man muss es dafür aber vorher oft üben und geduldig sein. Früher oder später klappt es.

Und sollten Sie wirklich einmal einen ganz schwierigen Fall haben, können Sie ja die Salamitaktik probieren. Das bedeutet einfach, dass man konstant kleine Fortschritte macht. Klappen die bisherigen Schritte gut, fügen Sie einen neuen hinzu, bis der wieder gut klappt usw. Diese Schritte könnten sein:

  1. Pferd führen mit Gehen, Stehen und rückwärts richten
  2. auf den Anhänger zugehen
  3. auf die Rampe gehen
  4. in den Hänger gehen
  5. im Hänger stehen
  6. hinteren Bügel schließen
  7. anbinden
  8. Klappe schließen
  9. Fahren