Stoffwechselrisiko Weidegras: Wenn das frische Grün zur Herausforderung wird
Warum modernes Gras oft zu energiereich ist
Die Gräser auf unseren heutigen Pferdeweiden sind nur noch selten absolut naturbelassen. Meist stammen sie aus speziellen Saatgutmischungen, die ursprünglich für die Landwirtschaft (wie Milchkühe oder Mastrinder) gezüchtet wurden. Diese Zuchtgräser versprechen hohe Erträge und haben einen sehr hohen Energiegehalt. Für unsere wesentlich genügsameren Pferde liefern diese Hochleistungsgräser jedoch oft zu viel Zucker und sind gleichzeitig zu rohfaserarm.
Das Problem mit dem Fruktan
Zusätzlich sind diese Zuchtgräser von Natur aus mit Schutzmechanismen gegen Frost, Insektenfraß, Verbiss und Dürre ausgestattet. Einer dieser Speicherstoffe ist Fruktan. Fruktan ist ein langkettiges Zuckermolekül, das im Dünndarm des Pferdes nicht ausreichend aufgeschlossen werden kann. Es gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo es eine Übersäuerung des Darminhalts verursachen und das empfindliche Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen kann. Sterben dadurch massenhaft nützliche Mikroben ab, werden Endotoxine (Bakteriengifte) freigesetzt, die über die Darmwand direkt in den Blutkreislauf gelangen.
Genau hier beginnt das große Risiko für den Hufkomplex: Diese Stoffwechselentgleisung kann eine Mangeldurchblutung auslösen, die im Bereich der Huflederhaut zu einer Sauerstoff- und Nährstoffverarmung führt. Gewebebezirke beginnen zu degenerieren. Durch die entzündlichen Prozesse erhöht sich der Flüssigkeitsdruck in der engen Hufkapsel – Enzyme werden aktiv, welche die wichtige Verzahnung zwischen Hufwand und Huflederhaut schwächen. Diese Verbindung geht in einem extrem schmerzhaften Prozess verloren. Das Hufbein kann sich in der Folge absenken oder verdrehen.
Das richtige Timing beim Weidegang
Die Fruktananreicherung im Gras ist bei intensiver Sonneneinstrahlung am höchsten. Stoffwechselempfindliche Pferde sollten daher am besten am Vormittag auf die Weide, da der Fruktangehalt bis zum späten Nachmittag stetig steigt. Besondere Vorsicht gilt jedoch im Frühjahr und Herbst bei sonnigen Tagen, die auf kalte Frostnächte folgen: Durch den Kältestress produziert das Gras massiv Fruktan als Frostschutz, kann dieses aber nicht für das eigene Wachstum verbrauchen. Aber Achtung: Auch generell spielt die Temperatur eine Rolle. Unter 6 Grad Celsius wächst das Gras nicht weiter und der eingelagerte Fruktanspeicher kann nicht abgebaut werden. Manche Zuchtgräser reagieren auf Kälte oder auch auf anhaltende Dürre sogar mit einer noch höheren Fruktanproduktion.
Ein weiterer Nachteil strukturarmer Gräser ist der geringe Sättigungseffekt. Wegen der schmackhaften Süße fressen die Pferde das Gras oft bis zur Wurzel ab – und nehmen schnell zu. Das betrifft vor allem leichtfuttrige Rassen und Ponys. Ein zeitlich streng kontrolliertes Weidemanagement ist auf Intensivweiden daher unerlässlich.
So unterstützt du dein Pferd über die Fütterung
Bitte beachte: Eine akute Stoffwechselentgleisung oder ein Reheschub ist immer ein absoluter tiermedizinischer Notfall und gehört in die Hände eines Tierarztes!
Grundsätzlich ist für stoffwechselempfindliche Pferde eine vitalstoffreiche, aber streng zucker- und stärkereduzierte Fütterung ratsam. Als strukturreiche Krippenfutter-Basis eignet sich hierfür beispielsweise Equigard Classic von St. Hippolyt.
Zur gezielten nutritiven Unterstützung bei fütterungsbedingten Stoffwechselproblemen liefert die Nährstoffmischung Lamin forte wertvolle Bausteine. Für die dauerhafte Futterergänzung von Pferden mit empfindlichem Kohlenhydratstoffwechsel hat sich das Nährstoffkonzentrat St. Hippolyt Glucogard bewährt. Um im Anschluss das Wachstum starker und widerstandsfähiger Hornsubstanz zu fördern, liefert die Ungulat Hufkur alle wichtigen Mikronährstoffe.
Zurück zur Natur Um die grundlegende Fütterungssituation zu verbessern, ist die Rückkehr zu artenreichen, extensiven Grünlandflächen extrem wichtig. Ideal ist ein traditionelles Dauergrünland aus einer Vielzahl unterschiedlicher Wildgräser und Kräuter. Um diese optimale und pferdegerechte Futtergrundlage langfristig zu erhalten, ist eine rücksichtsvolle Nutzung und gezielte Weidepflege ein absolutes Muss.
Zuletzt bewertet
-
4.9 (9)Galopp Vitamin E + Selen, 1 kg
-10%- Bei starker Belastung
- Für Pferde im Aufbautraining
- Mit Vitamin C
22,49 € 24,99 € (22,49 € / kg)Zustellung bis 16. November
-
4.5 (17)Stiefel Schwarzkümmel Pellet, 3 kg
-11%- Fütterungsfertig
- Reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
- Für Ekzemerpferde geeignet
11,25 € 12,59 € (3,75 € / kg)Zustellung bis 09. Oktober
-
10,12 € 11,29 € (20,24 € / l)Zustellung bis 09. Oktober
-
5.0 (1)Waldhausen Hufpinsel mit Kappe, schwarz
- Präzises Auftragen von Huföl
- Weiche Schweinsborsten
- Praktischer Kunststoffstiel
3,99 €Zustellung bis 09. Oktober