Montag, 07. Oktober 2013

Pferdetransport – in der Ruhe liegt die Kraft!

Während manch ein Pferd lieb und nett die Rampe hochtrottet, als ob es heim in den Stall ginge, geraten andere schon beim Anblick des Transporters in Panik: „Ich will nicht in die Tierklinik! Ich will nicht aufs Turnier! Dein Leckerli kannst du dir behalten – ich werde auf keinen Fall in diese rollende Kiste einsteigen, da stemme ich jetzt einmal alle Viere ordentlich dagegen …!“

Für den gestressten Pferdebesitzer ist jetzt erst einmal Hopfen und Malz verloren – nur in der Ruhe liegt die Kraft: Lassen wir den Transporter doch einfach einmal stehen und tun so, als ob nichts wäre – „Nein Pferdchen, du musst gar nicht einsteigen. Komm, wir machen etwas ganz anderes. Was hältst du davon, erst einmal ein Stückchen rückwärts und gaaanz langsam von der bösen Rampe weg zu gehen…?“

Das Pferd ist eindeutig überrascht, damit hat es nicht gerechnet, dass man es jetzt sanft am Strick nach hinten zieht… Es folgt dem Menschen. Und dann zieht man ein Stückchen vorwärts… ganz  vorsichtig, sobald das Pferd Druck macht, wird der Strick ein wenig gelockert. Und dann übernimmt die Freundin, lenkt weiter ab… Langsam wird die Sache dem Pferd suspekt und es fehlt nicht mehr viel, dass es freiwillig in den Transporter steigt, Hauptsache weg von den nervigen Menschen!

Viele Pferdetrainer kennen diesen Trick, er hat sich schon oft bewährt. Denn eines ist klar: Kapituliert darf vor dem Tier nicht werden, sonst verliert es den Respekt vor seinen Menschen, glaubt, es sei der Boss und lässt sich nicht mehr ordentlich reiten.
Rein muss es also in den Transporter – funktioniert es nicht mit Ablenken, Zureden und Leckerlis, dann – so hart es scheinen mag – kann man das Pferd mit einer Lounge um den Po  aufgetrenst hinein ziehen, schieben, wie auch immer…
Manchmal hilft es auch, ein zweites Pferd dazu zu nehmen, um zu zeigen: Schau, der Kollege hat ja auch keine Angst, das kannst du doch auch! Auch eigene Essenzen, z. B,. die Blütenessenz „Pferde-Coolness“, helfen dem Pferd, alles gelassener zu nehmen.

Ist das Pferd einmal drin, gibt es nur eins: Loben, loben, loben! Und natürlich nie ungeduldig werden oder gar zuschlagen – auf keinen Fall! Der Pferdebesitzer bleibt immer souverän – aber an der Verladung dran.

Oft hilft es auch, den Transporter möglichst hell auszuleuchten, einen Heusack und Leckerlis darin zu platzieren oder mit ein paar Kotballen und Stroh den Stallgeruch in den Anhänger zu verfrachten.

Und noch etwas ist immens wichtig: Vor dem ersten wirklich wichtigen Einsteigen sollte man mit dem Pferd üben, üben und nochmals üben. Einsteigen üben, Gamaschen anziehen üben, Sicherheitsstange einhängen üben, Anhängerklappe schließen üben… Auch erste kleine Rundfahrten, in der die Kurven nur ganz langsam genommen werden, lassen das Vertrauen des Pferdes in den Transport wachsen. Damit es – wenn es dann wirklich darauf ankommt – vertrauensvoll mitmacht. Und seinen Besitzer NICHT zur Weißglut treibt…