Ingwer - schmerzstillender Entzündungshemmer

Montag, 06. Juni 2016

Ingwer - schmerzstillender Entzündungshemmer

Ingwer kann bei Pferden gute Dienste leisten. Vor allem bei chronischen Erkrankungen kann er eine wirksame Alternative zu Schmerzmitteln sein.

Wirkungen

Ingwer wird vom Menschen seit Jahrtausenden als potente Heilpflanze geschätzt. Schon die alten Chinesen und Inder schworen darauf. Doch hilft Ingwer nicht nur dem Menschen, sondern auch Pferden. Die Wirkungen der Wurzeln dieser Pflanze können anhand von drei Worten beschrieben werden: entzündungshemmend, schmerzstillend und belebend.

Warum wirkt Ingwer?

Grund für diese positiven Wirkungen sind die in großer Zahl enthaltenen ätherischen Öle. Vor allem das Gingerol. Diese „Scharfstoffe“ docken an den Schmerzrezeptoren der Zellen an und haben damit die gleiche Wirkung wie Schmerzmittel. Der Vorteil ist, dass Nebenwirkungen nur selten auftreten und Ingwer sich deshalb auch als ständige Nahrungsergänzung für Pferde eignet.

Wogegen hilft Ingwer?

Als Zusatzfutter hat Ingwer gute Wirkungen gezeigt bei einer Reihe von Erkrankungen, darunter z. B. Spat, Hufrehe, Entzündungen und alle Arten von arthrotischen Erkrankungen.

Vorsicht ist geboten

Dennoch sollte man jetzt nicht einfach Ingwer kaufen und seinem Pferd füttern. Es geschieht zwar selten, aber es können Nebenwirkungen auftreten. Diese reichen von Koliken über Magenschleimhaut- und Speiseröhrenschleimhautreizungen bis hin zu allergischen Reaktionen.
Außerdem sollte bedacht werden, dass Ingwer aufgrund seiner schmerzstillenden Eigenschaften oft nur die Symptome überdeckt und nicht die Ursachen beseitigt. Nur, weil ein Pferd nach der Fütterung von Ingwer wieder normal läuft, heißt das nicht, dass die Ursache für die ursprünglichen Probleme beseitigt wurde. Es ist wichtig, zunächst den Rat von TierärztInnen einzuholen. Einfach füttern und sehen was passiert, ist grob fahrlässig.
Manchmal darf Ingwer übrigens nicht gefüttert werden. Verzichten Sie darauf bei Pferden mit Magengeschwüren oder solchen, die anfällig dafür sind, bei trächtigen Stuten, weil sie sonst das Fohlen verlieren könnten, und bei Pferden, die operiert werden sollen. Ingwer wirkt blutverdünnend, weshalb es zu Komplikationen während Operationen kommen kann.

Art, Lagerung und Menge

Am besten geeignet für Pferde ist der afrikanische Ingwer, da dieser einen höheren Gingerolgehalt von 2,5 % oder mehr hat. Gelagert wird er kühl, dunkel und vor allem luftdicht, weil sich die ätherischen Öle schnell verflüchtigen. Denken Sie daran: Hat der Ingwer seinen Duft verloren, hat er seine Wirkung verloren.
Bei der Menge sollte klein begonnen und stetig gesteigert werden. Starten Sie einfach mit 3-5 Gramm pro Tag und erhöhen Sie die Dosis langsam jede Woche. Wichtig ist, dass genau beobachtet wird, ob die Wirkungen sich schon zeigen. Ingwer wirkt erst nach zwei Tagen und erst, wenn die Dosis richtig ist. Zu wenig Ingwer zeigt keine Wirkung. Empfohlen werden übrigens täglich 3 Gramm pro 100 kg Körpergewicht.

Fütterung

Am besten wird der Ingwer von den Pferden aufgenommen, wenn er gequetscht bzw. angefeuchtet wird. Er kann auch mit Karotten- oder Apfelstücken gemischt werden, wenn das Tier den Geschmack nicht mag. Bewährt hat sich das Untermischen in eingeweichte Graspellets.
Nehmen Sie eine Zusatzfütterung mit Ingwer nur vor, nachdem Sie ärztlichen Rat über Menge, Dauer und Eignung eingeholt haben.

Hinweis: Denken Sie daran, dass Ingwer auf der Liste der Dopingmittel steht und damit bei der Teilnahme an Turnieren nicht erlaubt ist.