Dienstag, 07. August 2012

Hundstage - 23. Juli bis 24. August

Auch Pferde leiden unter der Affenhitze!

„Hundstage“ ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode, die nach dem Sternbild „Großer Hund“ benannt ist. Der hellste Stern darin, Sirius genannt, erschien früher Anfang August als hellster Stern in der Morgendämmerung und ging so quasi mit der Sonne auf. Heute hat sich die Zeit der sternbedingten Hundstage in Mitteleuropa um bis zu vier Wochen nach hinten verschoben und markiert damit den Herbstanfang – die Bezeichnung „Hundstage“ für die heißesten Tage im Sommer ist aber geblieben.

Während dieser Zeit bilden sich über Mitteleuropa wiederholt warme und andauernde Hochdruckgebilde aus. Unter diesen Hochs gibt es viel Sonne, allgemein keinen Regen und es bleibt auch relativ windschwach. Sprich: Temperaturen um die 30 Grad Celsius sind eher die Regel als die Ausnahme.

Das betrifft auch unsere vierbeinigen Freunde, die Pferde – alle nordischen Pferderassen, Ponys, Kleinpferde und Kaltblutrassen sind anfälliger gegen Hitzestress als Araber und Berber. Fohlen, alte Tiere, Schimmel oder Rappen sind aber immer besonders hitzeempfindlich.  

Ein schattenspendender, gut belüfteter Unterstand mit Blitzableiter ist da ebenso wichtig wie der permanente Zugang zu frischem, kaltem Wasser. Bei der Haltung einer größeren Pferdeherde hat es sich immer als sinnvoll erwiesen, zwei mindestens zehn Meter auseinander liegende Tränkmöglichkeiten aufzustellen: Durch die Rangordnung ist es schon vorgekommen, dass niedrig stehende Tiere (und damit die schwächsten der Herde) nicht ans notwendige Wasser kamen. Dabei bevorzugen die meisten Pferdebesitzer Selbsttränken aus Wannen und Co, da Pferde keine großen Schlucke auf einmal aufnehmen können.

Ein Tipp: Auch Rasensprenkleranlagen werden an solch heißen Hundstagen mit Begeisterung angenommen, die Pferde kommen sofort angerannt, um sich abzukühlen… Abspritzen oder abschwammen lieben sie natürlich auch.

Pferde über die große Hitze stundenweise in einen kühlen, schattigen Offenstall zu stellen, tut allen gut, selbst wenn auf der Koppel die Möglichkeit des Schattens gegeben ist – das Befeuchten der Wände kann helfen, die Temperatur zusätzlich niedrig zu halten. Dann muss der Mist – wegen des Ammoniaks – aber besonders gründlich entfernt werden, um die Stallluft für die Pferde möglichst geruchsfrei zu halten und somit auch die Fliegenplage etwas einzuschränken.

Bleiben sie auf der Weide, hilft unparfümierte Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+  zur Vorbeugung gegen einen Sonnenbrand an unpigmentierten Körperstellen wie Nüstern, Augenlidern und Blessen (regelmäßig auftragen). Sind bereits Zeichen eines Hitzeschlags erkennbar (starkes Schwitzen ohne Grund bei Nachlassen der Körperspannung bis zum Taumeln bei gelben, trockenen Schleimhäuten) muss sofort ein Tierarzt gerufen werden. Als erste Hilfe eignen sich nasse Umschläge am Kopf und das Übergießen von Brust, Körper und Beinen mit (nicht zu kaltem!) Wasser.

Da die Pferde schwitzen, scheiden sie auch vermehrt Mineralien und Salz aus – abgesehen davon, dass man die Haut gründlich von dem nassen, salzhaltigen Schweiß befreien muss, um Bakterien, Pilzen, Milben und entzündenden Salzkrusten vorzubeugen, braucht es auch vermehrt Lecksteine.