Hufe einfetten - ja oder nein?

Montag, 08. Mai 2017

Hufe einfetten - ja oder nein?

Regelmäßige Hufpflege ist für Pferde sehr wichtig. Sollte man diese aber einfetten?

Rund um das Einfetten der Pferdehufe schwirren viele Mythen umher und oftmals sind sich Pferdebesitzer unsicher. Soll man den Huf einfetten und wenn ja, wie oft? Auch die Sohle einfetten?

Warum wird überhaupt gefettet?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Feuchtigkeit abwehren - vor allem im Winter kann es passieren, dass Kronrand und Hufwand durch zu viel Feuchtigkeit aufweichen. Eine Fettschicht auf trockenen Hufen kann das verhindern.
  • Feuchtigkeit einschließen - dafür muss der Huf zuerst wirklich gründlich gereinigt werden. Dann stellt man die Hufe mindestens 15 Minuten in Wasser und fettet sie ein.
  • Optik - gefettete Hufe sehen gepflegt aus und glänzen schön.
  • Salzschutz - ein wichtiges Thema im Winter. Huffett bietet einen gewissen Schutz vor Streusalz, das sehr aggressiv ist.
  • Medizinische Gründe - Bei Verletzungen oder Ähnlichem kann das empfindliche innere Horn mit speziellen Pflegemitteln geschützt und gleichzeitig desinfiziert werden.

Fetten - ja oder nein

Zu diesem Thema gibt es zwei Meinungen. Die einen schwören darauf. Sie sagen, dass es sein muss, denn es hält den Huf geschmeidig. Die anderen vertreten, Überraschung, genau die gegenteilige Meinung. Das Fett verhindere, dass Feuchtigkeit in den Huf eindringt und wirkt sich so nachteilig aus. So würden die Hufe erst recht austrocknen.

Sohle auch einfetten?

Hier gehen die Meinungen unter Einfett-Fans auseinander. Die einen meinen, man sollte es nicht tun. Über die Sohle wird die meiste Feuchtigkeit aufgenommen und das Fett verhindere das. Die anderen meinen wieder, man sollte auch die Sohle einfetten.

Dabei muss aber darauf hingewiesen werden, dass noch immer nicht wirklich klar ist, ob Hufe von außen überhaupt Wasser aufnehmen und ins Innere leiten können.

Zu viel ist immer schlecht

Klar ist, dass zu häufiges Einfetten und -ölen wirklich schlecht für die Hufe ist. Dadurch werden sie versiegelt und so können sie keine Feuchtigkeit mehr aus dem Boden aufnehmen. Im schlimmsten Fall kann sogar die Hornkapsel eintrocknen, reißen und der Huf wird unbrauchbar. Ist der Huf gesund und die äußere Schutzschicht der Hufwand intakt, braucht man nicht zu fetten.

Wenn Sie dennoch fetten wollen, sollten Sie dafür zuerst die Hufe mit einer neutralen Seifen waschen, dann trocknen und sie schließlich einfetten. Machen Sie das aber maximal ein Mal pro Woche. So kann der Huf elastischer werden, wodurch das Horn nicht so leicht bricht.

Auch das Umfeld gehört zur Pflege

Für gesunde Hufe ist auch das Umfeld entscheidend. Saubere Einstreu sollte reichlich vorhanden sein. Das ist vor allem wichtig, wenn Ihr Pferd unter schlechter Hornqualität leidet. Auch Sauberkeit ist essentiell. Sind die Hufe stets dreckig, können Bakterien eindringen. Hier ist vor allem lang anhaltende Nässe schlecht, wenn Pferde also z. B. zu lange auf schlammigen Boden stehen.

Vorbereitung aufs Einfetten

  1. Kratzen Sie die Hufe dafür zuerst aus und waschen Sie sie gründlich.
  2. Lassen Sie die Feuchtigkeit ein paar Minuten in den Huf einziehen bzw. warten Sie, bis die Hufe trocken sind.
  3. Nun gilt es, das Huffett richtig aufzutragen, damit nicht alles danebengeht. Heben Sie dafür am besten den Huf an und fetten Sie zuerst den Ballen ein und die hintere Hufhälfte. Dann den Huf abstellen und die restliche Hufwand einfetten. Nicht auf den Kronrand vergessen.