Tipps fürs Winterreiten

Dienstag, 01. Dezember 2020

Tipps fürs Winterreiten

Leider halten Pferde keinen Winterschlaf und weil sie dafür geschaffen sind, sich zu bewegen, müssen wir das auch im Winter tun – ob es nun draußen nass, kalt oder einfach unangenehm ist, es hilft leider nichts. Glücklicherweise können Sie ein paar Maßnahmen und Vorkehrungen treffen, mit denen selbst ein Ausritt bei schlechtem Winterwetter angenehmer wird – für Sie und natürlich auch für Ihr Pferd.

Sich selbst warm halten

Zunächst sollten Sie immer schauen, dass Sie sich selbst warm halten. Egal, wie unwirtlich es draußen auch ist, solange man nicht friert, ist es nur halb so schlimm.

Warmen Kopf bewahren

Der menschliche Körper verliert bis zu 50 % der Körperwärme über den Kopf. Deshalb sollten Sie immer eine dem Wetter entsprechende Kopfbedeckung tragen, die Sie warm hält. Bei einem Reithelm ist das nicht immer möglich, aber zumindest Ohrenwärmer gehen. Auch ein Schal hilft, den Wärmeverlust einzudämmen.

Bekommen Sie keine kalten Füße

Es hat einen Grund, warum früher, wenn die Menschen erkältet waren, immer die Füße warm gehalten wurden. Schließlich gibt es nur wenige Dinge, die unangenehmer sind, als eiskalte, fast erfrorene Füße. Sind die Füße einmal kalt, hilft dann auch nichts mehr, solange man draußen ist und nicht ins Warme geht. Eine Methode, wie Sie gegen dieses Problem im Winter anwenden können, sind Thermo-Reitstiefel. Wenn Sie auf Ihre Lederreitstiefel nicht verzichten wollen, dann sollten Sie wenigstens ein Paar Stallschuhe haben, das trocken und warm ist. Während des Reitens können Sie die Stallschuhe bspw. mit einem Handwärmer zum Knicken aufwärmen, sodass Sie dann einfach in wohlig-warme Schuhe schlüpfen können, wenn Sie wieder da sind.

Die richtige Bekleidung

Heutzutage gibt es glücklicherweise für jedes Wetter die richtige Reitbekleidung. Im Winter wird vor allem darauf Wert gelegt, das Auskühlen zu verhindern. Es ist also eine wirklich gute Idee, sich mit Thermo-Reithosen, -Reithandschuhen, -Stiefeln und dazu am besten noch einem warmen Pullover und warmen Socken auszustatten. So sind tiefe Temperaturen keine Unannehmlichkeit mehr.

Vergessen dürfen Sie natürlich auch nicht auf eine ordentliche Jacke. Im Winter haben sich Mischmaterialien aus Polyester und Daunen bewährt. Sie isolieren hervorragend. Denken Sie jedoch immer daran, dass eine gute Winterjacke auch feuchtigkeitsabweisend sein sollte, denn nur so hält sie auch bei starkem Schneefall warm.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sich warm genug angezogen haben, empfiehlt es sich im Winter immer, auf Nummer sicher zu gehen und die Zwiebelmethode anzuwenden. Ziehen Sie also einfach mehrere Schichten Kleidung an. Falls es ihnen tatsächlich zu warm sein sollte, können Sie einfach eine Schicht ausziehen. Das ist vor allem beim Training in der Reithalle eine hervorragende Möglichkeit, um nicht zu frieren bzw. flexibel auf die Gegebenheiten zu reagieren.

Gesehen werden

Der Winter ist die dunkle Jahreszeit. An längeren Reittagen kann es relativ schnell vorkommen, dass es schon dämmert und man ist noch nicht vom Ausritt zurück. Damit Sie sich und Ihr Pferd in solchen Situationen keiner unnötigen Gefahr aussetzen, sollten Sie reflektierende Kleidung und Ausrüstung, z. B. reflektierende Gamaschen oder Jacken, und eine Lampe mitnehmen. Je mehr reflektierende oder leuchtende Dinge Sie mithaben, desto besser. Wichtig ist nur, dass Ihr Pferd daran gewöhnt ist, sonst könnte es sich erschrecken.

Die richtige Stärkung

An langen Reittagen, wenn Sie bspw. mehr als ein Pferd ausreiten wollen, sollten Sie immer etwas heißen Tee oder eine warme Suppe mitnehmen. So hält Sie nicht nur Ihre Kleidung warm, Sie können sich bei Bedarf sozusagen auch von innen wärmen.

Das Pferd warmhalten

Wenn Sie dafür gesorgt haben, dass Ihnen selbst nicht kalt wird, haben Sie die Hälfte schon geschafft. Jetzt gilt es nur mehr, auch das Pferd warm zu halten.

Dank des Winterpelzes kommen Pferde mit Kälte sehr gut klar – sogar viel besser als mit Hitze. Bei den meisten Pferden, die robust gehalten werden und viel Winterfell entwickelt haben, ist es also nicht nötig, eine Decke aufzulegen. Sollte das Pferd jedoch in der Box gehalten werden und damit weniger Winterfall haben, bietet es sich an, bei Ausritten zumindest eine Nierendecke aufzulegen. So wird verhindert, dass die Muskulatur auch bei Schrittphasen nicht auskühlt. Absolute Pflicht ist eine Decke bei geschorenen bzw. im Winter eingedeckten Pferden.

Erkältungen vorbeugen

So praktisch ein dickes Winterfell ist, es kann auch Auslöser für eine Erkältung sein. Ist es nämlich nicht klirrend kalt, schwitzen die Pferde viel schneller. Weil das Winterfell so dicht ist, dauert es dann wirklich lange, bis es wieder trocknet und genau da steigt die Gefahr, dass das Pferd sich erkältet. Bringen Sie Ihre Pferd also so wenig wie möglich ins Schwitzen.

Falls es sich nicht vermeiden lässt, dass das Pferd schwitzt, nutzen Sie immer eine Abschwitzdecke. Diese transportiert die Feuchtigkeit schnell nach draußen und schützt das Pferd vor dem Auskühlen, Zugluft und Wind.

Bei Bedarf eindecken

Der richtige Zeitpunkt für das Eindecken mit einer Winterdecke ist eine Wissenschaft für sich. Bei Pferden, die robust gehalten werden und mit denen in den kalten Monaten nur wenig gearbeitet wird, ist meist keine Winterdecke nötig. Pferde, mit denen normal gearbeitet wird und die den Hang zu dichtem Winterfell haben, können bei Bedarf geschoren und dann eingedeckt werden. Das hat den Vorteil, dass das Tier im Training weniger schwitzt und das Fell schneller trocknet. Die Decke ersetzt das Winterfell und hält das Pferd warm.

Fazit

Sie sehen, es ist keine Hexerei, Winterreiten für sich selbst und Ihr Pferd angenehm zu gestalten. Wichtig ist jedoch immer, dass Sie sich über die Verhältnisse klar sind. Eisflächen oder Löcher im Boden können im Winter schnell zu einer Gefahr werden, weil man sie einfach übersieht. Sie sollten also niemals ausreiten, wenn Sie sich über die Bodenverhältnisse nicht vollkommen klar sind bzw. nur, wenn wirklich gute Sichtverhältnisse herrschen. Sonst bringen Sie sich selbst und Ihr Pferd in unnötige Gefahr.

Abgesehen davon wünschen wir Ihnen auf jeden Fall ein paar wunderbare Ausritte vor winterlicher Traumkulisse.