Mehr Balance & Beweglichkeit beim Reiten

Montag, 18. Mai 2020

Mehr Balance & Beweglichkeit beim Reiten

Reiten ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die man nicht einfach einmal nebenbei betreiben sollte. Schließlich hat das Reiten seine ganz eigenen Anforderungen und so sollte man auch gezielt darauf hintrainieren.

Eine große Rolle beim Reiten spielen natürlich Beweglichkeit und Balance. Je besser man in diesen beiden Bereichen ist, desto einfacher geht das Reiten von der Hand, was dann natürlich auch zu mehr Spaß führt.

Nicht einfach irgendeinen Sport machen

Bitte nicht falsch verstehen: es ist wunderbar, wenn Sie sich fit halten und regelmäßig trainieren. Aber viel Sport macht alleine noch lange keinen guten Reiter aus. So könnten Sie bspw. eine hervorragende Läuferin sein oder als Fußballer eine tolle Figur machen - aber fürs Reiten sind eben nicht nur Ausdauer oder Kraft gefragt. Balance und Beweglichkeit sind ebenso wichtig, denn ohne sie hat man z. B. beim Aussitzen im Sattel Probleme.

Spezifische Herausforderungen

Reiter müssen in der Lage sein, ihre Beine unabhängig von der Hüfte zu verlagern. Natürlich wird diese Fähigkeit, die man sich durch Training aneignen kann, bei den meisten Sportarten nicht trainiert - weil sie einfach nicht benötigt wird.

Drei Übungen für mehr Balance und Beweglichkeit

Hier möchten wir Ihnen nun drei Übungen vorstellen, mit denen Sie gezielt Ihre Balancefähigkeiten und Ihre Beweglichkeit verbessern und damit im Sattel eine bessere Figur machen können.

Übung 1: Dehnung von Rücken und Oberschenkel

In der heutigen Zeit haben sehr viele Menschen einen Bürojob. Die Folge ist, dass vor allem der untere Rücken bzw. die Oberschenkelrückseiten relativ steif oder sogar verkürzt sind. Für gutes Reiten sind das keine optimalen Voraussetzungen. Deshalb sollte man hier gezielt dehnen.

Ausführung: Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine sind etwa schulterbreit, die Arme hängen locker nach unten. Strecken Sie die Knie durch und gehen Sie dann langsam mit geradem Oberkörper nach vorne so weit es geht. Versuchen Sie den Rücken gerade und den Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule zu halten.

Halten Sie die Position nun rund zehn Sekunden und beginnen Sie dann damit, dynamisch zu wippen (für weitere zwanzig Sekunden). Führen Sie diese Übung jedes Mal vor dem Reiten aus und dann noch einmal danach, wobei Sie nach dem Reiten die Position einfach dreißig Sekunden lang halten.

Übung 2: Liegestütz-Grundposition/Verlängerter Unterarmstütz

Reiter brauchen einen starken Rumpf. Die klassische Liegestütz-Grundposition (die auch verlängerter Unterarmstütz genannt wird) ist dafür eine hervorragende Übung, weil der Rumpf stark beansprucht wird, vor allem der Bauch und der obere Rücken.

Ausführung: Gehen Sie in die klassische Liegestützposition, die Arme sind etwa schulterbreit. Achten Sie darauf, dass die Schultern über den Händen bleiben. Der Körper sollte von Kopf bis Fuß eine gerade Linie bilden, das Becken darf nicht durchhängen. Halten Sie diese Position nun für etwa 20 Sekunden, dann machen Sie eine kurze Pause und wiederholen alles die Übung noch zwei bis drei Mal.

Wenn Ihnen das mit der Zeit zu einfach wird, können Sie die Dauer schrittweise erhöhen. Alternativ können Sie auch abwechselnd jeweils ein Knie seitlich nach vorne bewegen. So werden zusätzlich die diagonalen Bauchmuskeln beansprucht.

Übung 3: Vierfüßlerstand mit Diagonale und Zusammenführen von Armen und Beinen

Diese Übung ist hervorragend dafür geeignet, die Rückenmuskulatur optimal zu fordern - der ganze Rücken wird beansprucht und die Elastizität von Muskulatur und Wirbelsäule gesteigert.

Ausführung: Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand. Die Schultern sind über den Handgelenken, die Hände zeigen nach vorne. Strecken Sie nun über vier Sekunden einen Arm nach vorne und gleichzeitig das gegengleiche Bein nach hinten durch. Die Position für zwei Sekunden halten und dann Knie und Ellenbogen über vier Sekunden unter dem Körper zusammenführen. Machen Sie dabei einen runden Rücken und halten Sie die Position zwei Sekunden lang. Dann Arm und Bein abermals über vier Sekunden strecken ...

Wiederholen Sie diese Übung sechs bis neun Mal und wechseln Sie dann die Seite.