Dienstag, 06. Juli 2010

Zahngesundheit bei Pferden – Wie vermeiden Sie Zahnprobleme

Bei Pferden wird die Zahnpflege häufig vernachlässigt. Wie beim Menschen sollten jedoch auch die Pferdezähne regelmäßig kontrolliert werden. Denn Pferde leiden genauso wie wir Menschen an Zahnschmerzen, Löchern in den Zähnen und Zahnfleischproblemen.

Die Zähne der Pferde sind das Ergebnis einer Jahrtausenden alten Entwicklung. Pferde waren ursprünglich Steppentiere, die täglich ungefähr 16 Stunden hartes Steppengras gekaut haben. Die Ernährung der Pferde hat sich bis heute stark verändert. Das weiche Weidengras ist mit dem Steppengras nicht zu vergleichen. Die ursprünglich sich selbst regulierenden Vorgänge können bei der heutigen Pferdehaltung nicht greifen.

Aus diesem Grund können sich die ständig nachschiebenden Pferdezähne nicht entsprechend abnutzen. Es können Fehlstellungen der Schneidezähne entstehen. Aufgrund einer nicht natürlichen Fresshaltung im Stall besteht zusätzlich die Gefahr, dass sich die Kaugeometrie verändert. Die möglichen Folgen sind Kanten und Haken oder verlängerte Schneidezähne mit zunehmendem Winkel. Auch die Fütterung von ganzen Körnern kann zu einer ungleichmäßigen Abnutzung der Backenzähne führen. Die scharfen Kanten verletzen dann die Zunge und die Schleimhäute.

Woran erkennen Sie Zahnproblemen bei Ihrem Pferd?

  • Ein veränderter Kaurhythmus, langsameres Kauen oder die Verweigerung von Futter
  • Fauliger Geruch aus dem Maul oder der Nase
  • Verstärkte Sensibilität oder Schmerzempfindlichkeit im Kiefer-, Maul- und Kopfbereich mit eventueller Schwellung
  • Verletzungen an der Zunge oder der Backenschleimhaut
  • Blutiger oder eitriger Ausfluss aus dem Mund oder der Nase
  • Schlechter Allgemeinzustand in Form von Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Muskelabbau, stumpfes Fell
  • Auffälliges Zungenspiel beziehungsweise heraushängende Zunge
  • Kopf schlagen, Maul aufsperren
  • Veränderungen beim Reiten wie zum Beispiel Probleme bei Stellung und Biegung, Steigen, Durchgehen usw.

Probleme können durch regelmäßige Kontrollen verhindert werden. Der Tierarzt sollte die Zähne Ihres Pferdes mindesten einmal pro Jahr untersuchen. Dabei werden in der Maulhöhle auf folgende möglicherweise aufgetretene Probleme geachtet:

  • Entzündungen der Maulschleimhaut und der Zunge
  • Entzündungen des Zahnfleisch
  • Abgebrochene oder gespaltene Zähne
  • Scharfe Kanten oder Haken
  • Probleme beim Durchbrechen neuer Zähne
  • Gebissanomalien (Überbiss, Unterbiss)
  • Wolfszähne und damit auftretende Problem

Das Zähneraspeln ist die häufigste tiermedizinische Maßnahme durch den Tierarzt. Dabei werden scharfe Kanten, Haken oder überlange Zähne gekürzt und abgerundet. Um das Maul des Pferdes länger offen zu halten wird meist ein Maulgatter verwendet. Es schmerzt nicht, trotzdem wird meist ein Beruhigungsmittel verabreicht, wenn die Behandlung einen längere Zeit in Anspruch nimmt. Bei gröberen Zahnproblemen ist es oft ratsam mit dem Pferd in eine Klinik zu fahren.

Gewöhnen Sie Ihr Pferd bereits in jungen Jahren an Zahnuntersuchungen, so wird es auch später keine Schwierigkeiten machen.

Die richtige Zahnpflege lohnt sich um Zahnproblemen vorzubeugen. Ihr Pferd fühlt sich wohler, verwertet sein Futter effizienter und entwickelt sich besser. Das sind die besten Voraussetzungen für ein längeres Leben.