Montag, 10. Mai 2010

Pferde sind Kräuterliebhaber – Die sinnvolle Kräuterfütterung

Kräuter sind schon immer eine natürliche Futterergänzung für Pferde auf der Weide gewesen und zählen zu einem wichtigen Bestandteil einer gesunden Pferdeernährung. Pferdekräuter oder Heilkräuter werden im Verdauungstrakt des Pferdes optimal verwertet, da die Aufnahme besonders gut erfolgt.

Die Vorfahren unserer Pferde nahmen die Kräuter über die Wiesen auf. Ihr Instinkt war damals noch so gut entwickelt, dass sie gesunde von giftigen Kräutern unterscheiden konnten.

In unserer modernen Welt ist ihnen aber leider dieser Instinkt abhanden gekommen. Es ist nicht mehr möglich, ein Pferd das ganze Jahr lang ausschließlich von der Weide zu ernähren. Außerdem ist durch die intensive Nutzung und durch die Übersäuerung der Böden durch phosphorhaltigen Dünger der Anteil der Kräuter auf den Weiden und Wiesen stark zurückgegangen.

Kräuter können innerlich und äußerlich angewendet werden und haben vielfältige Wirkung:

  • verdauungsfördernde Eigenschaften (Pfefferminze, Kümmel)
  • antibakterielle Wirkung (Rosmarien)
  • reinigend und entgiftende Wirkung (Brennnessel, Birke, Holunder)
  • bronchialschleimlösende Wirkung (Thymian, Fenchel, Anis)
  • schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung (Weidenrinde)
  • bei Blutergüssen, Schürfwunden, Blutungen und Schwellungen (Arnika)
  • zur Gewichtszunahme (Bockshornklee)
  • bei Gelenkproblemen (Teufelskralle, Lebensbaumblätter, Weidenrinde)

Durch das schlechte Angebot an wertvollen Wiesenkräutern ist der Bedarf an entsprechenden Naturkomponenten für die normale Rationsgestaltung im Pferdefutter entstanden. Daher gibt es mittlerweile von Pferdefutterherstellern eine große Auswahl an Kräutern, Kräutermischungen oder Pellets mit Kräutern. Sie sind mittlerweile für das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes und einen intakten Stoffwechsel im Pferdefutter nicht mehr wegzudenken.

Die wirksamen Bestandteile der Kräuter sind die Flavonoide, Phenole, Saponine, Sulfide, das in den grünen Kräutern besonders stark enthaltene Chlorophyll, Monoterpene, Schleimstoffe sowie ätherische Öle. Außerdem enthalten Kräuter einen natürlichen Mineralstoff- und Spurenelementegehalt.

Falsch wäre es jedoch dem Pferd wahllos Kräuter in möglichst hoher Menge zu verfüttern, weil nicht alle Kräuter zur Dauerfütterung geeignet sind. Thymian kann zum Beispiel bei zu hoher und zu langer Dosierung schädlich für die Leber sein. Andere Kräuter wirken jedoch erst bei längerer Fütterung. Insofern sollte niemand mit unzureichendem Kräuterwissen, diese selbst wahllos verabreichen. Es muss immer genau die Fütterungsempfehlung des Herstellers beachtet werden.

In speziell zusammengestellten Mischungen, wie dem EQUUS Kräutermix, werden die richtig dosierten Kräuter so abgestimmt, dass sie sich in ihrer Wirkungsweise ergänzen und verstärken.

Doch Achtung! Neben den vielen Kräutern, welche die Gesundheit Ihres Pferdes fördern, sind folgende Kräuter für Ihr Pferd giftig und dürfen nicht gefüttert werden: Gundermann, Stechapfel, Giftlattich, Eisenhut, Besenginster, Bingelkraut, Kreuzkraut, Tollkirsche, Fingerhut und Nachtschatten.