Dienstag, 05. Juli 2011

Die richtige Fütterung bei Boxenruhe

Bei Operationen, Verletzungen, Knochenbrüchen oder Schäden der Sehnen und Gelenke wird vom Tierarzt für das Pferd in der Regel eine Boxenruhe verordnet. Da sich das Tier nun nicht mehr bewegen darf, würde es bei einer gleichbleibenden Fütterung zu einem Energieüberschuss kommen, der sich negativ auf die gute Figur auswirken würde. Daher muss von dem Tag an, an dem das Pferd in der Box ruhig gestellt wurde, auch die Fütterung auf die derzeitigen Bedürfnisse umgestellt werden.

Während der Stehtage gilt höchstens der Erhaltungsbedarf als Energiebedarf. Unter dem Erhaltungsbedarf versteht man den Minimalbedarf und den Energiebedarf für die Wärmeregulation, die Muskelarbeit, die Futteraufnahme und die Verdauungstätigkeit. Dieser Erhaltungsbedarf liegt bei einem 600 kg schweren Pferd bei zirka 70 Mega-Joule – das entspricht einer Fütterung von drei Kilo Stroh und acht Kilo Heu. Auf die Fütterung von Kraftfutter und von Getreide soll während der Boxenruhe gänzlich verzichtet werden. Das Tier würde nur verfette und nervös werden. Mit Kraftfutter kann der Masseverlust bei den Muskeln nicht aufgehalten werden. Ohne Bewegung ist der größte Teil der Muskeln nach zwei Monaten abgebaut. Gut für das Pferd ist jedoch tägliches Frischfutter. Gras über 30 cm Länge oder 1 – 2 kg Karotten täglich sind eine gern gefressene Ergänzung.

Man sollte bei der Fütterung nicht außer acht lassen, dass dadurch der Heilungsprozess auch aktiv unterstützt werden kann.

Omega-3-Fettsäurenbilden das entzündungshemmende Prostaglandine. Durch die alleinige Fütterung von Heu und Stroh kommt es hier zu einem Defizit, dass durch die Zugabe von 100 ml Leinöl oder Ölsaaten ausgeglichen werden kann.

Auf die Gabe von Zink sollte speziell bei Operationen und größeren Verletzungen geachtet werden. Zink dient der Zellregeneration und damit der Wundheilung, außerdem unterstützt es das Immunsystem.

Ein Pferd mit einem Knochbruch sollte ausreichend mineralisiert werden. Vor allem auf die Zugabe von Kupfer und Mangan ist zu achten. Auch Zink, Phosphor und Calcium dürfen nicht außer acht gelassen werden. Der Magnesiumbedarf wird über das Heu ausreichend gedeckt. Auch das im Traubenkernextrakt oder Traubenschalen vorhandene Spurenelement Bor ist für die Knochen wichtig.

Bei Sehnenschäden ist die Zufütterung von Magnesium, Vitamin E und Selen sowie von Mangan von großer Bedeutung. So bleibt die Muskulatur locker und die Sehnen werden weniger beansprucht. Außerdem haben sich für die Sehnen das Extrakt der Grünlippmuschel, spezielle Meeresalgen und Birke sowie Schachtelhalme bewährt.

Durch den Bewegungsmangel wir die Verdauung des Pferdes nicht ausreichend stimuliert und die Gefahr von Koliken wird erhöht. Daher sollten anfällige Tiere täglich bzw. jeden zweiten Tag ein Mash mit Leinsamen und Weizenkleie zur Verdauungsförderung erhalten.

Besonders effektiv unterstützen Kräuter den Heilungsprozess und sollten bei der Fütterung nicht vergessen werden. Sie regen die Verdauung, den Stoffwechsel, die Atemwege und die Nieren- und Leberfunktion an. Sie können Entzündungen abbauen und liefern hochwertige sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Mineralien und Spurenelemente aus Kräutern werden besonders gut aufgenommen und unterstützen den Aufbau von neuem gesundem Gewebe.

Zusammenfassend kann man sagen, dass dir richtige Fütterung während der Boxenruhe reich an Nährstoffen, die den Heilungsprozess und die Regeneration fördern, jedoch energiearm und arm an Kohlenhydraten sein soll.

*Dieser Artikel basiert auf dem Text Boxenruhe von Dr. Susanne Weyrauch.