Mistmanagement richtig gemacht

Mittwoch, 06. November 2019

Mistmanagement richtig gemacht

Die Idealvorstellung der meisten Pferdebesitzer ist es, wenn die Box, in der das Pferd eingestellt ist, täglich gereinigt wird. Feuchtes Stroh sollte entfernt und dicht nachgestreut werden. Das klingt im ersten Moment logisch und gut, produziert ein Pferd pro Tag doch bis zu 23 Kilogramm Kot und zwölf Liter Urin.

Langfristig kann diese Herangehensweise aber zu Problemen führen, werden dabei die Atemorgane der Pferde doch stark belastet. Unterschiedliche Entmistungsintervalle haben nämlich großen Einfluss auf die Staub- und Ammoniakbildung, die wiederum viele Atemwegserkrankungen auslösen können. Schauen wir uns diese beiden Auslöser genauer an:

Staub

Staub kann sich gefährlich auf die Gesundheit der Bronchien unserer Pferde auswirken und, wie beim Menschen auch, zu allergischen Reaktionen führen. Staub von Stroh und Heu schlechter Qualität kann sogar giftig sein für unsere Pferde, weil er häufig Schimmelpilzsporen enthält, die eingeatmet langfristig Probleme verursachen.

Ammoniak

Dieses farblose, stechend riechende Gas ist giftig. Es entsteht, wenn sich stickstoffhaltige Stoffe im Harn und Kot zersetzen. Weil Ammoniak leichter ist als Luft, bleibt das Gas nicht am Boden, sondern steigt nach oben. So kann es die oberen Atemwege unserer Pferde reizen und die Infektanfälligkeit steigern.

Ammoniak und Staub in Kombination können sogar die Lungenbläschen schädigen. Die Schleimhäute schwellen an und die Tiere bekommen nur noch schwer Luft. Außerdem kann Ammoniak Mauke und auch Strahlfäule auslösen.

Die richtige Technik

Damit es also nicht zu einer vermehrten Staub- bzw. Ammoniakbildung kommt, ist die richtige Misttechnik notwendig. Untersuchungen haben ergeben, dass tägliches Ausmisten nicht optimal ist. Dadurch können nämlich Mikroorganismen, die den Harnstoff spalten und den Stickstoff binden, sich nicht in ausreichender Zahl vermehren, wodurch die Ammoniakkonzentration steigt. Mistmatratzen, bei denen aber immer reichlich nachgestreut wird, sind hinsichtlich der Ammoniak- und Staubbelastung besser, als eine tägliche komplette Reinigung. In diesen Matratzen können sich die Mikroorganismen nämlich ungestört vermehren und arbeiten. Es entstehen dadurch weniger oder keine giftigen Gase und das Pferd steht trotzdem auf trockenem Boden.

Richtiges Ausmisten

Damit die Schadstoffbelastung so gering wie möglich ist, finden Sie hier die optimale Ausmistmethode.

  1. Bringen Sie Ihr Pferd zunächst vor dem Ausmisten aus der Stallgasse hinaus. So schützen Sie es vor Staub und Ammoniakgerüchen.
  2. Legen Sie dann den Untergrund der Matratze. Dieser sollte eine gut aufsaugende Einstreu sein. Strohpellets oder Strohhäcksel sind dafür wunderbar geeignet. Darüber gibt man Stroh oder alternatives Einstreumaterial.
  3. Oberhalb der Matratze werden nun täglich Pferdeäpfel bzw. besonders nasse Stellen entfernt. Die Matratze selbst sollte dabei nicht beschädigt werden.
  4. Wichtig ist hier, dass regelmäßig und sehr großzügig nachgestreut wird. Stroh kann täglich eingestreut werden, jedoch entwickelt sich dabei zwei Mal so viel Staub wie bei Strohpellets. Sie können auch andere Einstreumaterialien verwenden, wobei hier auf die Angaben des Herstellers zu achten ist.
  5. Wird nach dem Einstreuen die Stallgasse gereinigt, sollte diese immer nass gemacht werden, bevor man mit dem Auskehren beginnt. Das verringert die Staubbildung stark.

Eine Mistmatratze hält, je nach den äußeren Witterungsbedingungen, unterschiedlich lange. Ist es im Sommer heiß, so muss sie öfter getauscht werden, damit sich dort nicht zu viele Fliegen und Insekten festsetzen.

Andere Faktoren

Auch, wenn das Ausmisten einen großen Effekt auf das Stallklima hat, ist es doch nicht der einzige Faktor, der es beeinflusst. Wichtig sind auch noch

  • die Qualität des Futters
  • die Luftfeuchtigkeit (ideal sind 60-65 Prozent)
  • die Temperatur im Stall (sie sollte weitgehend der Außentemperatur entsprechen)
  • die Frischluftzufuhr
  • die Luftzirkulation