Montag, 04. August 2014

Mein Beruf? – Polizist/in – natürlich mit Pferd!

Turnierreiter, Pferdetierarzt(-helfer)in, Hufschmied, Reitlehrerin, Bereitsteller, Cowboy, Rodeoreiterin, Wanderreitführer, Fiakerkutscher, Sattler, Pferdezüchterin, Gestütsleiter, Pferdetransporteurin, Besamer, Parcourbauer, Pferdehändlerin, Auktioniator, Jockey, Sportreporterin, Pferdepsychologe, Forstarbeiter… aber auch berittene Polizist/inn/en arbeiten tagtäglich beruflich mit Pferden. 

In einigen Ländern Europas, darunter Deutschland und die Schweiz, gehören Polizeipferde (wieder) zum festen Bestandteil zahlreicher Polizeidienststellen. Vor allem bei Demonstrationen oder Fußballspielen sind sie im Rahmen von Sondereinheiten zu sehen (ideal für Überwachungen, weil Mensch und Tier zusammen an die drei Meter hoch sind und den vollen Überblick haben!).
In der Schweiz, wo sie seit 1914 zum öffentlichen Bild gehören, wird die berittene Polizei in mehreren Kantonen u. a. zur Überwachung von Parkplätzen bei Großereignissen eingesetzt. In Österreich gibt es zur Zeit keine berittene Polizei.
Weitere Länder, in denen Pferde erhabenen Staatsdienst tun: Italien, Kanada, USA, Australien, Norwegen, Kolumbien…

Führt man sich die Situationen vor Auge, in denen Polizisten auf Pferden zum Einsatz kommen, wird schnell klar: Dabei sind höchste Konzentration, viel Erfahrung, Nervenstärke und vor allem großes Vertrauen zwischen Pferd und Reiter nötig. Beide müssen sich 100-prozentig aufeinander verlassen können und besonders bei gefährlichen Übergriffen dürfen keine Fehler passieren.
Dabei muss so ein ausgebildetes Polizeipferd einiges gewohnt sein: Knallartiger Lärm, große Menschenmengen, Straßenverkehr oder grelle Lichtblitze und Scheinwerfer. In allen Fällen darf es nicht scheuen und muss immer ruhig bleiben. Das Pferd wird daher nach und nach an seine Aufgaben herangeführt. Nicht jedes Pferd ist dafür geeignet, denn Pferde sind schließlich Fluchttiere. Die meisten Polizeipferde sind Wallache, also kastrierte Hengste, weil diese ausgeglichener als Hengste oder Stuten sind.

Ein Pferd, das in der Ausbildung ist, nennt man „Remonte". Je nach Vorausbildungsstand dauert die Ausbildung der Pferde zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dabei werden Dressur- und Springreiten, aber auch „Gewöhnung“ trainiert, in denen zum Beispiel mit flatternden Fahnen, Plastikbeuteln, Luftballons, lauter Musik oder klappernden Blechdosen hantiert wird. Zudem lernen die Tiere, bei Abgabe von Schüssen aus der Dienstpistole oder vor Feuerhindernissen nicht auszubrechen. Auch Ausritte im Straßenverkehr gehören mit zur Ausbildung, um die Pferde an Straßenlärm und vorbeifahrende Autos zu gewöhnen. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Tiere und ändert ihre psychische Einstellung zu fremden Dingen.